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Beispiel aus der Praxis

November 16, 2017

Markus ist Mitte dreißig und geistig behindert. Viele Jahre war er in einer Werkstatt für Behinderte beschäftigt und im angegliederten Wohnheim untergebracht. Doch die Arbeit empfand er als zu industriell und die Wohnsituation unpersönlich.

Mit unserer Hilfe konnte er in eine kleine, familiäre Wohngemeinschaft mitten im Herzen von Passau einziehen. Das war ihm wichtig, um seinen Freundeskreis zu pflegen. Von der nahegelegenen Bushaltestelle fährt er morgens zu seiner Tagesstruktur. Sie ist auf einem ehemaligen Gutshof untergebracht. Markus genießt die ländliche Umgebung und die Gemeinschaft in der kleinen Gruppe. Und zu tun gibt es immer etwas: Ob im Garten, bei der Arbeit mit Tieren oder in der Holzbastelwerkstatt – Langeweile kommt hier nie auf.

Nach Feierabend und am Wochenende besucht ihn ein Sozialarbeiter für jeweils drei Stunden, um ihn bei allen Herausforderungen des selbstständigen Wohnens zu unterstützen. So reinigen sie z. B. gemeinsam die Wohnung, kochen zusammen, wandern oder machen einen Ausflug ins Kino.

Demnächst beginnt Markus ein Schnupperpraktikum in einem integrativen Gartenbaubetrieb. Gärtner war schon immer sein Traum. Dabei unterstützt ihn ein persönlicher Arbeitsbegleiter. Und das ist nur eine der vielen neuen Möglichkeiten, die Markus jetzt offenstehen